Sonntag, 21. November 2010

Alex in der weavery





bushmills


Immer wieder etwas neues

Eine große rolle in meiner community spielt die anthroposophie. gegründet wurde diese umfassende anschauung des menschen und der welt von rudolf steiner. sie spiegelt sich in vielen lebensbereichen wieder, wie zum beispiel der bewegungskunst (eurythmie) der landwirtschft (biologisch-dynamisch), der heilpädagogik und und und...
im mittelpunkt der anthroposophie steht die bildung des eigenen charakters. darüber lässt sich jetzt viel sagen und diskutieren, ich selbst habe aber eine vorsichtige einstellung zu diesem lebensstil. worauf ich hinaus will ist die art und weise wie wir uns auf der farm nach diesem lebensstil richten.
biologisch-dynamische landwirtschaft bedeutet, dass die farm ein kreislauf sein muss, das heißt eine reiche tiervielfalt stärkt die seele und bestärkt kosmische kräfte. alles was man von der erde nimmt muss auch an die erde zurückgegeben werden. und hier wird es spannend. man nennt diesen prozess präparation. präparate werden in den misthaufen, die kuhställen, die felder etc gegeben und fördern damit die kosmische kräfte und bringen diese zur entfaltung. dabei werden mond- und planetenphasen berücksichtigt, die für die saat und ernte eine wichtige rolle spielen.
heute ist eine unser kühe gestorben, einfach tot im stall gelegen heute in der früh. wir haben aber schon seit 2 wochen drauf gewartet und wollten sie eigentlich erschieße- waren nicht böse dass sie alleine gestorben ist. auf alle fälle haben wir für die präparate ihr die hörner absägen müssen, diese mit kuhmist gefüllt. diese gefüllten hörner werden jetzt für ein halbes jahr verbuddelt, irgendwo in der erde. dann werden sie herausgeholt und bilden wieder eine neues präparat, das zur biologisch-dynamischen landwirtschaft beiträgt.
also ehrlich, einer toten kuh das horn abzusägen ist absolut nicht lustig. was man doch nicht alles für organische produkte macht.
ach ja und weil man ja nicht nur tote kühe und abgesägte hörner gesehen hat: In nordirland wird wie so ziemlich überall halloween richtig groß gefeiert. hier verkleidet sich jeder. über geschmäcker lässt sich bekanntlich streiten, aber wenn man dann nordiren in original ss-uniformen rumlaufen sieht, mit originalen abzeichen und stiefeln, dann hat die gaudi doch a loch. soll jeder drüberr denken was er will.

Mittwoch, 17. November 2010

Nach langer Zeit

Nicht, dass ich nichts zum erzählen hätte, ich war einfach den letzten monat zu faul um euch hier weiterhin auf dem laufenden zu halten.
Grob ist zu sagen, ich bin hier angekommen und der alltag ist mächtig ins haus eingezogen. die gruppe der co-worker fürs neue jahr ist nun seit knapp 2 wochen vollständig versammelt und man genießt die letzten sonnenstrahlen eines überraschend schönen und relativ trockenen herbst.
um der reihe nach vorzugehen: die ersten besuche aus deutschland waren schon da. gleich mal der aller erste war rießig. ich habe diese 4 tage in dublin mit dem möller verbracht. war richtig klasse, haben die stadt angeschaut und nicht nur einen lustigen abend hinter uns gebracht. naja am ende haben wir gelernt, auf die eine oder andere sache zu verzichten, und wie es ist 11 stunden ohne zu essen und zu trinken nach hause zu reisen.
erst vor einem halben tag hab ich mich vor meiner kleinen schwester, meiner mutter und am martin verabschiedet. es waren subba 4 tage. so ein leihauto ist schon ne gude erfindung. donegal mit st.john´s point, den slieve leagues, londonderry mit all den überresten der troubles, die komplette nordküste mit dem klassiker giant´s causeway, und den vielen verschlafenen vom massentourismus noch nicht erreichten fischerdörfern. der abschluss in belfast, mit interessantem und immer noch beängstigtem besuch der peaceline, den gates, die katholiken und protestanten immernoch in der nacht und am wochenende voneinander trennen, den docks der titanic und der boomenden künstler- und musikszene einer stadt die gerade erst im begriff ist aus der starre der troubles aufzuwachen und sich zu entwickeln.
abgesehen von den besuchen über die ich mich enorm gefreut habe ist das leben natürlich hier in der community weitergegangen.  aif der farm hat die winterroutine begonnen, das heißt, alle kühe sind von den feldern auf die farm in ihre ställe gebracht worden. bedeutete für uns als fulltime-farmer den ganzen tag rumzulaufen und alle fleißig zu füttern, damit die uns nicht vom fleisch fallen, es gibt nix über richtig geiles rindersteak von den eigenen rindern :). die arbeit hört sich eintönig an und sie ist es defenitiv. aber man überlebts, es gibt bekanntlich schlimmeres. und ausgleich erhält man hier dann natürlich durch die freizeitgestaltung, die bekanntlich erst ab halb8 anfängt. wir sitzen die meiste zeit zusammen, hin und wieder ins kino, nicht zu vergessen die pub-besuche oder dann auch mal nach belfast. nächste woche fahren wir aufs tallest man on  earth konzert. ohhh wie ich mich drauf freu. es wird sooo fett.
ja dann plan ich natürlich fleißig. stockholm, galway sind erklärte ziele und dann natürlich auch noch london. sollt ich die nächste wochen mal die planungen intensivieren.
so des sollte es eigentlich von meiner seite gewesen sein. ich hoff ihr wissts alle wieder a bissl mehr. vergessts ned für mich immer mal wieder a gutes bayrisches bier zu trinken, nur vom guiness mag ich mich auch ned ernähren, aber alles andere is eher mist hier. naja und dann halt natürlich den schnee genießen, den ich hier ned wirklich sehen werd in den nächsten monaten.
nur das beste, jakob.